Form- und Spalierbäume

                                                    Überblick über das Sortiment an Form- und Spalierbäumen 
                                                    Beispiele für Spalier- und Formbäume

Spalier- und Formbäume wurden durch jahrelanges Führen und/oder Schneiden beispielsweise zu natürlichen Schirmen (Dachbäume), flachen Schirmen oder geraden Kegeln geformt. Aus der zeitgenössischen Gartenarchitektur sind Formbäume praktisch nicht mehr wegzudenken. In vielen Gärten trägt ihre Formenvielfalt zur Bereicherung des Linienspiels bei. Sie sind für viele Anwendungen geeignet und passen praktisch immer, auch in kleinen Gärten. Es folgen einige auffällige Tatsachen über Entstehung und Anwendung von Spalier- und Formbäumen.

Topiari
In alten Schriftstücken über Gartenkunst wurden die zahlreichen unterschiedlichen Formen von dekorativ zugeschnittenen Bäumen und Hecken “Topiari” genannt. Dieses Kunstphänomen geht bereits auf die Zeit von Julius Caesar zurück, wurde dann aber erst durch das Buch “Hypnerotomachia Poliphili” (1499) von Francesco Colonna berühmt, in dem eine Topiari-Sammlung abgebildet war. Er führte auch Phantasieformen sowie Menschen- und Tierformen bei einer großen Liebhaberzahl ein.

Praktische Baumformen
Spalierbäume wurden bis zum Einsatz von Stacheldraht auch häufig von den Landwirten als Zaun für das Vieh, als Grundstücksgrenze oder als Sonnenschutz benutzt. Oder auch als zugeschnittene Holzwälle, Hecken und Spalierlinden, die im Sommer Schatten spendeten, im Winter jedoch den Lichteinfall kaum einschränkten. Auch heutzutage noch sind Spalierlinden besonders beliebt.

vormbomen-2leilindesAlte Spalierlinde bei einem Bauernhof in Hoevelaken (NL)

Dekoratives Spalierobst
Das Legen von Obstbäumen - kurz Spalierobst genannt - entstand bereits in sehr früher Zeit aus praktischen Überlegungen. Dicht an einer von der Sonne erwärmten Mauer reift das Obst besser, so dass das Biegen, Legen und Formen von Ästen an einer Mauer zu einer besseren Obstqualität führt. Hierüber wurde zuerst im Jahr 1561 geschrieben. Mit der Erfindung von neuen Obstzucht Techniken hat diese Kunst des Zuschneidens vor allem eine dekorative Funktion bekommen, doch bringen diese Bäume noch immer einen maximalen Ernteertrag mit qualitativ hochwertigem Obst.

Die zentrale Etagen-Linde
Eine schöne historische Verwendung ist der in Etagen zugeschnittene Lindenbaum, bei dem die unterste Etage von einem Pfahlring gestützt wird. Unter den alten Bäumen fanden Märkte statt, hier wurden Rechtsurteile gefällt und Neuigkeiten ausgetauscht. Tanzfeste wurden sowohl unter als auch in der Linde abgehalten; hierfür wurde eine Tanzebene in der untersten Etage befestigt, die dann Platz für Musikanten und Tänzer bot. Die Linde befand sich in vielen Dörfern an einem zentralen Punkt.

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