Warum kommen essbare Bäume immer häufiger in Ausschreibungen vor?
In den letzten Jahren haben sich Waldgärten und Pflückgärten in den Niederlanden stark vermehrt. Was als kleine Initiativen von Privatpersonen und Stiftungen begann, sehen wir jetzt auch bei Gemeinden. Utrecht, Nijmegen und Almere haben Waldgärten in ihre Grünpolitik aufgenommen. Auf Landgütern werden traditionelle Obstgärten restauriert oder mit besonderen Arten erweitert. Und in Neubaugebieten entstehen immer häufiger Pflückgärten, in denen Bewohner Früchte und Nüsse ernten können. Viele dieser Bäume blühen auch reichlich, was sie für Bestäuber wertvoll macht. Nussbäume wie Walnuss und Baumhasel sind zudem starke, trockenheitstolerante Bäume, die gut mit dem sich ändernden Klima umgehen können. Das macht sie interessant für Projekte, bei denen man mehr will als nur Zierbäume. In diesem Artikel beschreiben wir einige besondere Obst- und Nussbäume, die es wert sind, bekannt zu sein.
Welche besonderen Obstbäume sind winterhart in unserem Klima?
Asimina triloba (Pawpaw)
Der Pawpaw ist vielleicht der überraschendste Obstbaum für unser Klima. Große Blätter, die tropisch aussehen, dunkelrote Blüten im Frühjahr und Früchte mit einem Geschmack, der an Banane und Mango erinnert.
Trotz dieses Aussehens ist Asimina triloba vollständig winterhart bis -25 Grad. Die Art stammt ursprünglich aus dem Osten Nordamerikas, wo das Klima mit unserem vergleichbar ist. Ein wichtiger Punkt: Für eine zuverlässige Fruchtbildung pflanzt man mindestens zwei Bäume nah beieinander, damit sie sich gegenseitig bestäuben können.
Höhe: 5-8 Meter. Geeignet für Waldgärten, besondere Gärten und geschützte Orte mit ausreichend Platz.
Mespilus germanica (Mispel)
Die Mispel ist ein Baum mit einer langen Geschichte. Seit Jahrhunderten war sie ein fester Bestandteil europäischer Gärten und Obstgärten, aber in den letzten Jahrzehnten ist die Art etwas in Vergessenheit geraten. Das ist schade, denn es ist einer der außergewöhnlichsten Obstbäume, die man pflanzen kann. Der Baum wächst unregelmäßig, hat schönes Laub mit Herbstfärbung und trägt Früchte, die nach dem ersten Nachtfrost weich werden. Dieses Nachreifen nennt man 'letten'. Einmal weich, schmecken die Früchte wie eine Mischung aus Apfelkuchen und Apfelmus.
Kultivare: 'Westerveld' (zuverlässige Fruchtqualität) und 'Bredase Reus' (größere Früchte, hoher Ertrag).
Höhe: 4-6 Meter. Die unregelmäßige Wuchsform macht die Mispel auch als Zierbaum lohnenswert, vor allem in historischen Gärten, auf Landgütern und in Pflückgärten.
Zanthoxylum simulans (Szechuanpfeffer)
Eine Art, die die meisten Menschen nicht auf einer Baumschule erwarten. Die getrockneten Fruchtschalen von Zanthoxylum simulans sind das Gewürz, das man aus der asiatischen Küche kennt, mit dem charakteristischen prickelnden Geschmack. Der Baum selbst ist ein kleiner Baum oder großer Strauch mit feinem Laub und Früchten, die im Herbst rot werden. Der Szechuanpfeffer benötigt einen geschützten, sonnigen Standort und gut durchlässigen Boden. In essbaren Gärten und Bildungsprojekten oder Pflückgärten sorgt der Baum immer für Gesprächsstoff.
Höhe: 3-5 Meter. Geeignet für Gärten, Terrassen und kleinskalige essbare Bepflanzungen.
Cydonia oblonga (Quitte)
Die Quitte ist ein unterschätzter Baum. Im Frühjahr große, weiß-rosa Blüten. Im Herbst schwere, goldgelbe Früchte, die stark duften. Im Winter eine schöne, offene Aststruktur. Es ist ein Baum, der das ganze Jahr über anders aussieht. Die Früchte sind nicht roh essbar, aber nach dem Kochen entsteht ein tief aromatischer Geschmack, den man sonst nirgendwo findet. Quittengelee, Kompott oder verarbeitet in Wildgerichten.
Kultivare: 'Vranja' (birnenförmig, zuverlässige Produktion) und 'Leskovacka' (apfelförmig, ebenfalls zuverlässig).
Höhe: 4-6 Meter. Lieferbar als Hochstamm und mehrstämmig. Passt in Gärten, Obstgärten und Pflückgärten. Nicht anspruchsvoll hinsichtlich des Bodens, aber am besten auf einem sonnigen Standort.
Diospyros virginiana (Amerikanische Persimone)
Die meisten Menschen kennen die Kaki aus dem Supermarkt. Das ist die asiatische Variante, Diospyros kaki. Aber es gibt auch eine amerikanische Art: Diospyros virginiana. Diese ist winterhärter als die asiatische Kaki und daher in Nordwesteuropa zuverlässiger.
Die Früchte sind süß und aromatisch, wenn sie vollständig am Baum nachreifen. Außerdem ist es ein schöner Baum zum Anschauen: auffällige Herbstfärbung in Gelb und Orange und eine blockartige Rindenstruktur, die im Winter gut sichtbar ist.
Höhe: 8-12 Meter. Geeignet für Waldgärten und größere Gärten, wo Platz für einen mittelgroßen Baum ist.
Welche Nussbäume sind geeignet?
Nussbäume sind oft große Bäume, die in einem Projekt eine ganz andere Rolle spielen als Obstbäume. Sie werden alt, bieten Schatten und liefern zudem eine Ernte. In Waldgärten bilden Nussbäume oft die oberste Schicht: das Blätterdach, unter dem der Rest der Bepflanzung wächst.
Juglans regia (Walnuss)
Die Walnuss ist der bekannteste Nussbaum, und das nicht ohne Grund. Eine breite Krone, aromatisches Laub, das im Sommer dichten Schatten spendet, und natürlich die Walnüsse selbst. Es ist ein Baum, der Platz braucht, aber viel zurückgibt.
Kultivare: 'Franquette' (treibt spät aus, wodurch die Blüte weniger frostempfindlich ist; sehr geeignet für unser Klima), 'Lara' (kompakteres Wachstum, frühe und reiche Fruchtbildung; interessant für kleinere Gärten) und 'Lange van Lod' (traditionelle Sorte mit großen, länglichen Nüssen und gutem Geschmack).
Höhe: 12-20 Meter. Passt in private Gärten mit ausreichend Platz, auf Landgüter, in Parks und als oberste Schicht in Waldgärten.
Corylus colurna (Baumhasel)
Die gewöhnliche Hasel ist ein Strauch, aber Corylus colurna wächst als vollwertiger Baum mit einem geraden Stamm und einer regelmäßigen, pyramidenförmigen Krone. Die korkartige Rinde ist das ganze Jahr über ein auffälliges Merkmal. Die essbaren Haselnüsse erscheinen im September. Was die Baumhasel besonders interessant macht: Es ist ein starker, trockenheitstoleranter Baum, der in städtischen Umgebungen gut abschneidet. Damit ist es einer der wenigen Nussbäume, die man auch als Allee- oder in befestigten Umgebungen einsetzen kann.
Höhe: 12-18 Meter. Geeignet für Alleen, Parks, Plätze und städtische Projekte.
Carya illinoinensis (Pekan)
Die Pekannuss ist ein Baum für große Projekte. Eine offene, luftige Krone mit zusammengesetzten Blättern, die im Herbst warmgelb werden. Die Fruchtbildung ist in Nordwesteuropa im späteren Alter möglich, aber auch ohne Nüsse ist dies ein schöner Park- und Landschaftsbaum aufgrund seiner Größe und Kronenform.
Höhe: 15-25 Meter. Geeignet für Landgüter, große Gärten und Waldgärten, wo Platz keine Einschränkung ist.
Worauf sollte man bei essbaren Bäumen in Projekten achten?
Bestäubung
Einige Obstbäume, wie der Pawpaw, benötigen einen zweiten Baum für die Fruchtbildung. Überprüfen Sie dies immer, bevor Sie einen einzelnen Baum spezifizieren.
Standort und Mikroklima
Arten wie Cydonia, Zanthoxylum und Diospyros profitieren von einem warmen, geschützten Standort.
In einem Stadtgarten oder an einer Südwand schneiden sie besser ab als auf einem offenen, windigen Gelände.
Bei Nussbäumen spielt vor allem der Platz eine Rolle: Walnuss und Pekan benötigen eine große Krone.
Früchte im öffentlichen Raum
Wenn Sie essbare Bäume im öffentlichen Grün pflanzen, beachten Sie die Pflege: Früchte, die nicht gepflückt werden, fallen zu Boden.
Wählen Sie Arten, deren Früchte klein sind oder spät geerntet werden, oder pflanzen Sie sie an Orten, wo dies keine Belästigung darstellt.
Nüsse sind in dieser Hinsicht einfacher als weiches Obst.
Essbare Bäume in Waldgärten
In einem Waldgarten arbeiten Sie mit mehreren Schichten. Nussbäume wie Walnuss und Pekan bilden die oberste Schicht. Obstbäume wie Mispel, Quitte und Pawpaw passen in die mittlere Schicht. Darunter können Sie mit Beerensträuchern, Kräutern und Bodendeckern arbeiten.
Diese Schichtung macht einen Waldgarten produktiv und ökologisch wertvoll zugleich.
Fazit
Besondere Obst- und Nussbäume bieten Möglichkeiten, die über den Standardapfel oder die Standardbirne hinausgehen. Sie sind winterhart in unserem Klima, sehen als Baum gut aus und passen in die wachsende Nachfrage nach Waldgärten, Pflückgärten und essbarem öffentlichen Grün.
Die in diesem Artikel vorgestellten Arten zeigen, dass das Sortiment breiter ist, als viele Menschen denken. Möchten Sie wissen, welche essbaren Bäume zu Ihrem Projekt passen? Kontaktieren Sie unsere Berater für Beratung zu Standort, Maßführung und Verfügbarkeit.