Dachgärten: Welche Bäume sind geeignet?

Dachgärten sind beliebt. Insbesondere wenn es um Innenbebauung im städtischen Gebiet geht, fällt die Wahl häufig auf eine Kombination von Nutzungsfunktionen. Dächer von beispielsweise Büro- oder Schulgebäuden werden in parkähnliche Gärten mit Lunchterrassen für Arbeitnehmer oder Schüler verwandelt. Darüber hinaus gibt es immer mehr Dachterrassen auf Straßenniveau: Auf den ersten Blick scheinen sie ganz normale Gärten zu sein, da sich unter der Erde jedoch eine Tiefgarage oder U-Bahn-Station befindet, handelt es sich um Dachgartenkonstruktionen. Da der durchwurzelbare Platz begrenzt ist, stellen diese Konstruktionen hohe Anforderungen an die Bäume. Bäume der 2. oder 3. Größe, die keine allzu große Laubmasse haben und ein dichtes Wurzelsystem bilden, eignen sich am besten. Bäume der 1. Größe sind in manchen Situationen ebenfalls möglich, erfordern gegebenenfalls aber spezielle Vorkehrungen. Im Folgenden stellen wir einige Vorschläge für Bäume auf Dächern vor, außerdem ist die Geschichte von Dachgartenspezialisten zu lesen.

Thieu Pije

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Bäume auf Dächern: die technische Geschichte

Wir fragten Bertus van den Dikkenberg und Walter van de Werken von ,Koninklijke Ginkel Groep’, welche Kriterien Bäume für Dächer erfüllen müssen. „Den Ausgangspunkt bildet die Tragfähigkeit eines Dachs. Das ist nämlich der wichtigste einschränkende Faktor. Wenn Sie es mit einem bestehenden Dach zu tun haben, müssen Sie in Ihren Plänen die mögliche Belastung berücksichtigen. Bei Neubauten gibt es meistens mehr Möglichkeiten, weil man dann schon bei der Konstruktion die Position der Bäume auf dem Dach berücksichtigen kann. Je höher die Belastbarkeit, desto größere Bäume können angepflanzt werden. Gehen Sie dabei von dem Gewicht aus, das der Baum voraussichtlich haben wird, wenn das Endbild erreicht ist. Ab ca. 1.000 kg/m2 Tragfähigkeit können (kleine) Bäume gepflanzt werden”, erklärt Bertus van den Dikkenberg.

Verschiedene Arten von Dachbegrünung

Die verschiedenen Sorten von Dachbegrünung lassen sich in die Kategorien extensiv (Sedum-Dächer), halbintensiv und intensiv gliedern. In die letzte Kategorie, die die schwerste Belastung generiert, passen neben Kräutern und Stauden auch Bäume. Fallweise ist auch eine Kombination von extensiver und intensiver Dachbegrünung möglich. Beispielsweise kann im Bereich eines Trägers unter dem Dach ein Baum gepflanzt werden, während sich der Rest des Dachs nur für Sedummatten eignet.

Walter van de Werken: „In diesem Fall haben wir es dann mit einer Höhendifferenz im Aufbau des Dachgartens zu tun. Sedummatten brauchen oft nur wenige Zentimeter Substrat, während man für Bäume normalerweise von 70-80 cm durchwurzelbarem Raum ausgehen muss. In solchen Fällen könnte man den Baum auf einen kleinen Hügel oder in eine Wanne stellen.”

Scheingrundwasserspiegel verhindert Vertrocknen von Bäumen

Da Wannen das Wachstum der Bäume abbremsen, bleiben die Bäume in dieser Situation etwas kleiner. Das optimale Ergebnis wird erreicht, wenn die Bäume in gutem Substrat mit dem richtigen Sauerstoff- und Wasserhaushalt gepflanzt werden, wobei sie auch in der Breite frei wurzeln können.

„Wichtig ist, dass ein System mit einem Schein-Grundwasserstand gewählt wird. Dabei sorgt ein Schwimmer-System dafür, dass ein künstlicher Grundwasserstand instandgehalten wird, wodurch die Bäume nie austrocknen können. Das ist sehr wichtig, denn nur ein Moment der Unachtsamkeit kann alles zerstören. Und eine Neubepflanzung des Dachs kann sehr problematisch werden.“

Bäume der 2. und 3. Größe

Sind alle technischen Voraussetzungen erfüllt, ist im Allgemeinen viel möglich, sodass Bäume auch auf einem Dach gut gedeihen können. „Grundsätzlich ist es so, dass ein Dachgarten, sofern er nach den geltenden Normen und Richtlinien (z.B. FLL-Richtlinien, ,Groenkeur’, BDA-Empfehlungen, SBR-Richtlinien usw.), richtig angelegt wird, dieselbe wirtschaftliche Lebensdauer wie das Gebäude hat.” Natürlich spielt die Baumwahl eine wichtige Rolle für den Erfolg eines Projekts. Zunächst sind Größe und Windempfindlichkeit zu berücksichtigen. „Am besten geeignet sind Bäume der 2. oder 3. Größe, die nicht zu viel Blattmasse und ein gutes, dichtes Wurzelsystem haben. Die kleinsten Bäume kann man mit Kontragewichten verankern, größere Exemplare müssen an einem Unterflur-Bewehrungsnetz verankert werden. Bäume der 1. Größe sind vereinzelt auch möglich, setzen aber besondere Vorkehrungen voraus. Eigentlich ist jeder Dachgarten Maßarbeit, weil so viele Faktoren berücksichtigt werden müssen.”

Faktor Wind hat großen Einfluss auf die Bäume

Je höher ein Dachgarten liegt, desto mehr Einfluss hat der Wind. Bei hochgelegenen Gärten, aber auch bei ebenerdigen Dachgärten, wo Fall- und Drehwinde vorkommen können, ist von allen Sorten die anfällig sind für Zweigbruch abzuraten. Auch Sorten, die bei Zugluft besonders anfällig für Erkrankungen wie Läuse oder Mehltau sind, sollte man besser vermeiden. „Auch Sorten mit einem langen geraden Stamm halte ich für weniger geeignet”, fügt Van den Dikkenberg noch hinzu.

Graublättrige Bäume machen sich gut auf einem Dach

Zum Glück bleibt noch jede Menge übrig. So sind mehrstämmige Bäume nicht nur voll im Trend, sondern auch gut für Dachgärten geeignet. Auch Formbäume (in diesem Kontext nicht zu verwechseln mit Spalierbäumen) lassen sich oft gut einsetzen. Durch den fortlaufenden Formschnitt bleiben diese relativ klein. Außerdem muss die Sorte natürlich für die Dachbegrünung geeignet sein. „Erfahrungsgemäß sind graublättrige Bäume besonders geeignet durch ihre gute Beständigkeit gegen Hitze, Trockenheit und Wind“, meint Van den Dikkenberg, aber es ist noch viel mehr möglich. Unsere Baumspezialisten haben eine Liste mit Vorschlägen zusammengestellt, aber wie gesagt geht es oft um Maßarbeit. Wir beraten Sie gern!

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